Garten, På tur, Rund in Norwegen

Ins Gruene zum „Drømmeplassen“

Hier im Sueden gibt es leider nicht viele Gaertnereien, die gute Auswahl an verschiedenen Stauden haben. Oft immer das Gleiche und keine spannenden Gewaechse, die Frau im Internet oder in Gartenzeitungen studiert. 🙂 Und wenn man da inspiriert wird – was ja Sinn und Zweck des Zeitungsabos oder die Mitgliedschaft in den vielen Gartenforen auf Facebook ist – møchte man es auch kaufen kønnen. Richtig gute Gaertnerein hier in der Naehe von Mandal und Kristisand haben wir gerade mal 2-3. Aber diese gehøren oft Ketten an und haben nur das 0815 Sortiment. Also bin ich auf die Suche gegangen. Eine Autostunde von uns entfernt Richtung Åseral gibt es einen winzig kleinen Ort, der sich Byremo nennt. Hier oben wohnt Silje, die ihren „Drømmeplassen“ ganz allein privat fuehrt. Ein paar Meldungen hin und her geschickt und ich habe mich am vorigen Samstag ins Auto gesetzt und bin bei schønstem Wetter mal „nach oben gefahren“.

Norwegen im Postkartenidyll – ich sag euch ❤

IMG_6563Von der grossen Hauptstrasse entfernt, findet man kleine Orte mit wunderschønen Grundstuecken, Haeusern, sogar teilweise Villen, Gaerten und durchaus viele junge Leute, die am „Landhandel“ in der Sonne ein Schwaetzchen halten. Die Mamis fahren mit ihrem Kinderwagen die Landstrasse auf und ab und der Grosspapa kommt einem auf „Rulleski“ (Ski mit Raedern) in der engsten und steilsten Kurve sportlich entgegen. Herrlich:)  Ein paar Meter weiter ist es wieder so einsam, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sich hier Leute niederlassen. Aber ja, sie tun es. Und gerade die junge Generation, wie es aussieht. Land ist hier oben billig, somit kann man gross bauen damit u.a auch die Kids gut Platz haben. Der Ehemann arbeitet Offshore oder ist LKW Fahrer, die Frau evtl an der ørtlichen Schule taetig.

IMG_6561Einige haben sogar Landwirtschaft mit Schafen, Kuehen und einige Feldern. Wenn hier im Fruehjahr geduengt wird, dann ist die Luft nicht zu verachten 🙂 Der Milchwagen von TINE faehrt vor mir her, biegt ab in einen engen steinigen Waldweg um beim naechsten doch weit entfernten „Gård“ (Bauernhof) die Milch abzuholen. Und ich halte staendig an um die typische norwegische Natur auf dem Foto festzuhalten.

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Ich kam dann auch frueher oder spaeter bei Silje im Drømmehagen an. Nachdem ich die steile sandige Strasse vorbei an vielen umgeholzten Baeumen fast verpasst haette 😉 Hier macht sich der Allrad verdient 😉 Es erøffnet sich aus dem nichts ein wunderschøner grosser Platz mit einem typischen Holzhaus und einem Areal mit Blumen, Pflanzen, einer Butik, die an Interiør und Blumentøpfen das Gartenherz høher schlagen laesst 🙂

 

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Hier nur eine Seite vom Drømmeplassen. Das hintere kleine Haus ist die Butik, die alles an Interiør und Kuebeln anzubieten hat.

Silje betreibt ihre Gaertnerei seit 8 Jahren, privat und somit vøllig unabhaengig. Dazu noch soweit „draussen“. Bei den Wegverhaeltnissen unglaublich, dass sich hier schwere Blumen Trailer hoch trauen. Beeindruckend wie eine solche Geschaeftsidee fruchten kann, ohne Konkurs zu gehen. Schaut man genauer hin, ist die Gaertnerei fuer meinen Verstand eine kleine Goldgrube: Viele junge Leute, die sich etablieren. Sie brauchen ja Pflanzen fuer den Garten. Mit einem Garten ist frau ja auch nie fertig 😉 Der Weg nach Mandal ist weit und man møchte ja auch Auswahl wenn man mal schon auf Tour ist. Genau das kann Silje in ihrem „Drømmehagen“ bieten. Auswahl, Qualitaet, Beratung und eben immer da.

Den Bodendecker (Zwerg Wiesen Knøterich) habe ich auch hier nicht bekommen, aber Silje half mir mit einer Alternative: Sonnenrøschen „Helianthemum x cultorum Lawrensons Pink“. Damit es nicht zu rosa wird, habe ich noch einen weissen Bodendecker (Berg Sandkraut) eingekauft. Dieser soll dann unter anderem ueber die Steinkante wachsen – so der Plan. Alle diese Stauden møgen es warm, trocken und lieben Steine in der Erde. Das Projekt sollte also nicht schief gehen.  Zur Auswahl und Entscheidung hat mir die Internetseite von der Baumschule Horstmann sehr weitergeholfen. Empfehlenswert!

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Im Kofferaum hatten sich dann noch ein paar andere Pflanzen versteckt 🙂 Eine schwarz rote Cocktailtomate, Erdbeerpflanzen (nicht auf dem Bild), verschiedene Kraeuter und Nelken – die duften so schøn.
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Hier das Beet, was hoffentlich bald wunderschøn bluehen wird. Die Hecke links ist eine „Dunkelrote Blasenspiere ‚Diabolo'“, an den Holzstaebchen kommen bald Fuchsien und dann habe ich also das Sonnenrøschen davor gesetzt und in der ersten Reihe zu den Steinen Berg-Sandkraut (weiss) gepflanzt.

Aber nun mal von der ganzen Landromantik abgesehen, haben gerade diese Gebiete auch ihre Herausforderungen. Viehhaltung, die durchaus Missbrauch mit sich bringt, denn die Bauern machen das schon seit Jahren eben auf ihre Weise. Waelder werden mit alten Autos, Traktoren und Reifen vermuellt – es ist ja schliesslich „mein Land, da mache ich was ich will“ und die Einsamkeit laedt zum Trinken und leider auch zu Gewalt in Familien ein. Hier schauen viele weg und Richtlinien fruchten hier schwer. Dennoch gibt es immer mehr junge Leute, die auf der „gruenen Linie“ aufbauen. Es ist eben auch ein sehr gutes Beispiel, dass Projekte mit Mut und Ausdauer weiter draussen funktionieren kønnen. Vor solchen Menschen ziehe ich meinen Hut. Denn das heisst, immer voll dabei sein, aktiv sein, Aenderungen und Kaufkonsum schnell umsetzen und dennoch das økologische Ziel nicht aus den Augen zu verlieren mit den Møglichkeiten, die man hat.

Morgen werde ich eine junge Frau besuchen, die sich bei Ås – nicht weit weg von uns-  eine Landwirtschaft aufgebaut hat. Bisher haben wir  hier Eier und Honnig gekauft (Frisch auf den Tisch). Sie verpflegt sich fast komplett selbst und beraet wie all sowas in der heutigen Zeit møglich ist. Denn schalten wir mal die Romantik aus – von irgendwas muessen wir eben alle leben. Geld brauchen wir so oder so. Aber super wenn die Alternativen so wunderbar anders sein kønnen, die Moneten ranzuschaffen.

Ich werde euch berichten.

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Liebe Gruesse von eurer Claudi. PS: Kommentare werden gerne gelesen. 🙂 Und ich weiss wirklich nicht warum diese Bilder immer so gross werden..

 

 

 

2 Gedanken zu „Ins Gruene zum „Drømmeplassen““

  1. Hallo Claudi,
    Wie schoen doch die Natur ist. Geniesse es. Im Botanischen Garten hinter meinem Haus hier in Moskau hat auch die Natur uebernommen. Die Pflanzen und Baeume bluehen wie wild und die Voegel freuen sich, dass es keine Besucher gibt die stoeren.
    Viele Gruese und passt gut auf euch auf!

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    1. Hallo liebe Cousine. Gut zu wissen dass es dir gut geht. Danke für deine Worte! Wir haben das große Glück hier in der offenen und wunderschönen Natur zu leben. Da lässt es sich aushalten 🤗 Viele Grüße nach Moskau aus dem südlichen Norwegen

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