Auf dem Lande…

… laesst es sich ja am besten feiern, nicht nur weil man den Abend nicht vorzeitig abbrechen kann, da man heim muss sondern auch weil die „Einfachheit“ des Lebens mal wieder so richtig schøn in den Vordergrund tritt.

Seit 3 Jahren schon laden uns Unn und Helge zu ihrem jaehrlichen „Vinterfest på Kaddan“ ein. Der kleine Ort Kaddan ist ca 40 Autominuten von Mandal entfernt. Die høchste Anhøhe liegt bei 300 m. Hier muss man schon etwas „lokalkjent“ sein um das Geburtshaus von Helge zu finden. Dort oben schlaegt eine andere Zeit. Ein altes Haus mit Fenster, die den Wind noch durchlassen. Eine Biotoalette, die sich auch bei Stromausfall gut benutzen laesst und knarrende schwere Tueren. Die ehemalige Scheune wo mal viele Tiere gehalten worden sind, wurde mit Herz und Seele in einen grossen Raum umgestaltet, der zum Feiern einlaedt. Und das kønnen Unn und Helge sehr gut. An dem grossen 6 m langen soliden Eichentisch sind 20 Teller und Glaeser aufgestellt. Licht bekommen wir durch eine Menge Kerzen. Die Waerme wird durch den offenen Kamin abgegeben und ja ein Gasofen in der hinteren Ecke tut auch sein Gutes 🙂

Willkommensdrink muss sein.

Dort oben am Nachmittag angekommen, erwartet uns schon eine gute Menge Schnee. Der Strom faellt ein paar Stunden vor Festanfang aus und Calle und ich karren noch ein Notstromaggregat im Auto mit. Arne und Anne hatten es in unserem Auto also recht kuschlig. Viel Platz war nicht mehr wenn man bedenkt, was man pløtzlich alles braucht, wenn kein Strom mehr da ist 🙂 Dennoch fand ich den Gedanken gar nicht so schlimm. Denn schliesslich fahren wir aufs Land und da kann das ruhig mal so richtig uhrig sein 🙂

Das Essen wurde auf einem Gasofen zubereitet. „Rømmegrøt med kanel og sukker“. Also das ist eine Art saurer Cremefraiche mit Mehl und viel Ruehrenergie. Nicht jedermanns Sache aber man/frau gewøhnt sich dran. Diese Speise war frueher der Energiekick fuer die Bauern auf dem Feld. Also passend fuer die Feier auf dem Lande. Dazu gab es natuerlich noch Flatbrød (duennes Brot) und selbstgebackenes Knaeckebrot mit „spekemat“ (Schinken, Kaese usw). Jede Menge guten Wein und eiskaltes Wasser.

Nur keine Klumpen bitte, Unn 🙂

Helge erzaehlte uns Geschichten vom frueheren Leben auf Kaddan und ihm ist es gelungen die Gaeste mit in alte Erinnerungen einzubeziehen 😀

Es wurde gelacht, gegessen, getrunken und eine Menge getanzt. Dank der tuechtigen Elektriker, die auch an diesem Wochenende Schichten schoben, kam der Strom am Abend zurueck und somit war uns jede Menge gute Tanzmusik sicher. Am fruehen Sonntagmorgen øffneten wir dann die Tuer der alten Scheune und wollten leicht bedueselt den kurzen Weg ins Haupthaus zum Schlummern antreten. Nix da, fast 1 m Schnee mit ordentlichen Verwehungen liessen den Weg ins Haus nur erahnen. Wir stampften, wir fielen in das kalte Weiss und hatten gut gegen den Wind zu kaempfen. Nach ein paar Stunden Schlaf und mit dem ersten Blick bei Helligkeit aus dem Fenster, dachten wir alle ob wir nicht gleich eine Meldung an unsere Arbeitgeber absetzen, dass wir hier nicht mehr wegkommen 🙂 Kaffee kochen, den Kamin warm halten und einfach die Aussicht aus den fast verschneiten Fenster geniessen.

Weder Wege noch die Tuer zur Scheune waren zu sehen. Geschweige denn unsere Automobile. Stunden haben wir gebraucht um uns von A nach B zu kaempfen. Ein alter Schlitten und Schneeschuhe, die in der Scheune vorraetig waren, halfen uns die Dinge zu transportieren. Und Schaufeln, wie gut das tat, das Schippen 🙂

Der Weg ins Tal war ebenso abenteuerlich denn er war kaum zu sehen. Die Baeume ringsherum gaben uns zu verstehen, dass wir nicht all zu lange an einer Stelle ueberlegen sollten, wo es denn nun weiter geht 😉 Stromleitungen fielen uns fast „zu Fuessen“. Hier in Norwegen gibt es eben hauptsaechlich Oberleitungen und keine Fiebernetze unten  😉  Aber ja, wir fanden heim, sonst kønntet ihr ja das hier jetzt nicht lesen und auch in Mandal gab es Schnee und Chaos. Aber die Mengen waren deutlich reduzierter.

Ein Wochenende vollen Herausforderungen und gut, dass frau nicht immer weiss, was sie so erwartet. Klasse bei solchen Erlebnissen dabei sein zu duerfen mit diesen tollen Menschen ❤

Nun ist aber schon wieder Tauwetter, jedenfalls hier unten an der Suedkueste, und die Wiesen fuellen sich… Na alles wird gut 🙂

 

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