Es geht vorwaerts.

Wer unserem Blog folgt, hat ja bereits im Beitrag Zurueck auf Anfang gelesen, dass unser møblierter Keller mehrmals vom Grundwasser heimgesucht worden ist. Nach 7 Jahren gemuetlichen Wohnen, haben wir uns daher entschlossen, der Ruhe und Idylle den Kampf anzusagen. Die Blumen wurden umgepflanzt, alle unsere Terrassen abgebaut um den Bagger und seiner grossen Schaufel Platz zu schaffen. Um das Grundwasser vom Haus wegzuleiten, mussten wir bis unter die Haussohle graben. Was fuer eine Freude! Steine, Steine, Steine… Sand und Dreck. Schlamm und ein Haufen Rohre. Ob genau verlegte Regenrinnen vom letzten Graben, neu gelegte Abflussrohre, dicke Sch…verbindungen zur Grube – alles musste gefunden und natuerlich mit der guten alten Schaufel ausgegraben werden. Denn die Gefahr mit dem Bagger, unsere Wasserzufuhr vom Brunnen oder das Sch…rohr zu treffen und zu beschaedigen, war zu gross. Nun ja, da Calle eh gerade „nichts auf der Arbeit zu tun hat“, nimmt man gerne mal eine Woche Ferien fuer solche entspannten Arbeiten. Und dafuer kann ich als frisch gebackene Ehefrau nur dankbar sein ❤ Viele schlaflose Naechte hat sich der liebe Calle um die Ohren geschlagen. Denn unterwegs trafen wir immer wieder auf neue herrliche Herausforderungen, die dann einen neuen Plan erforderten.

Graben. Rechts im Bild unser Fund der neuen alten Klaergrube.

Durch das Graben fanden wir eine alte stillgelegte Klaergrube.

Der damit verbundene wunderbare Duft, erreichten mich letztens Samstag bis in die Kueche als ich gerade noch morgens zeitig das Fruehstueck abraeumte. Da standen wir beide nun mit dicken Stiefel und Spaten uns ratlos gegenueber. Unser erster Versuch, den Inhalt dieser Grube, auf dem Nachbargrundstueck abzupumpen, erwies sich schnell als „nicht durchdacht“. Unsere doch relativ grosse Pumpe verstopfte und bis dahin hatten wir dann auch unseren anderen netten Anwohnern stillschweigend gesagt, was wir gefunden haben und gerade entsorgten. Wozu gibt es einen Notdienst fuer Abwasser? Nachdem wir diesen angerufen haben, erlaubten wir uns dennoch mal eine genauere Brise von dem guten Stueck zu nehmen und hielten todesmutig den Kopf hinein. Schnell fanden wir heraus, dass das gute Stueck keine stillgegte Grube war, sondern die zweite Grube zu unserem Hauptsch…haus ist. Von der Hauptgrube fuehrt das Ueberlaufrohr dort hinein. Wir dachten immer dieses Rohr gehe direkt in das grosse Hauptrohr in Graben neben unserem Garten, welches unsere „Reste“ weiter ins Erdreich fuehrt. Nun erklaerte sich einiges fuer uns was wir uns schon vor Jahren gefragt haben, als wir schon mal aufgegraben hatten und aus dem grossen Rohrschlamassel auf ein Kleineres verminderten. Wir sind wirklich haarscharf damals an dieser Gruebe vorbeigeschramt sein. Interessant war auch der Deckel der Grube. Duenn mit Zement ohne Stahl ware ich vielleicht eines schønen Tages mit samt Schubkarre in das Loch gerutscht. Schwuppsss….

Nun ja dieser Fund also brachte uns auf neue Idee und wenn wir nun nach 7 Jahren nochmal alles (!) aufgraben, dann Bittesehr. Dann eben richtig. Calle machte sich ein Haufen (:-) ) Gedanken und konnte zwei Naechte nicht schlafen. Am Morgen sass er mit Bleistift und Zettel am Tisch und versucht seiner eher bauuntechnischen Ehefrau zu erklaeren, warum wir nun wie was wohin verlegen muessen. Ich will euch nicht mit Einzelheiten langweilen – Ende vom Lied ist, dass wir nun alle Abwasserrohre, Drainagerohre fuer das Grundwasser in unsere bisherigen Klaergrube umgeleitet haben und diese zukuenftig als „Ueberlauf“ nutzen. Nun ist die alte Grube wirklich still gelegt. Und um fuer die Zukunft alles besser zu machen, wird am kommenden Mittwoch die Firma Tånevik aus der Nachbarschaft einen neuen grosser Tank fuer uns in die Erde buddeln. Mal gleich neben dem Eingang. In diesen Tank gehen dann die wichtigen Rohre :). Von diesem neuen Tank aus, kønnen wir dann auch im naechsten Jahr eine neue Dreikammergrube verlegen. Damit auch alles seine Ordnung fuer den Nachbarn und die Natur hat. Weiterhin steht ja die Tatsache nicht aus, dass die Stadt Mandal eines Tages die schøne gruene Harkmark mal an das grosse Abwassernetz støpseln will und dann – ja dann brauchen wir nicht mehr das ganze Haus ausgraben, denn alle Rohre sind nun so gekoppelt, dass wir nur vom grossen neuen Tank an buddeln muessen und das – ja das ist ja jetzt fuer uns eine „Kleinigkeit“.

Um nochmal auf die „eigentlichen“ Aktion zu verweisen: Es handelte sich hier im Ausgangspunkt um Drainage des Grundwassers. Diese Rohre liegen nun teilweise 2,35 m tief und sind mit Kies und Tuch gut umgewickelt. Ein leichtes Gefaelle wird dann das Wasser durch diese Rohre weiterleiten und vor allem vom Haus ableiten. Da uns die Hauswaende pløtzlich so nackig vorkamen, haben wir auch noch gleich von aussen isoliert. Die Isolierquietschpappen wurden mit grossen Duebeln befestigt, die fuer mich an Skistaebe erinnern 🙂

Tiefer Graben, dort drin verlegt das Drainagerohr im Gefaelle mit Kies zum besseren Ablauf. Das Tuch verhindert dass Erde und Sand das Rohr verstopfen.

Sieht ja fast kunstlerisch aus 🙂 Nun werden die Tuecher runtergeklappt und dann… muss alles wieder zugebuddelt werden.

Als ich in diesen Graeben stand, konnte ich kaum noch rueberschauen und dachte mir, so muss es dann wohl im Krieg sein, wenn man sich so ein Graben selbst (!) baut und dann dahinter Schutz sucht. Mir war das unheimlich. Und ein eigenartiges Gefuehl praktisch „unter“ seinem eigenen Hauz zu stehen. Wir mussten ja so tief damit das Wasser fruehzeitig den Weg in die Rohre findet und nicht weiter in unser Bad oder Calles Zimmer steigt. Man konnte also mit der Hand das untere Ende des Fussbodens ertasten und mit dem blossen Auge sehen. Tja und dann steht da pløtzlich so viel Gewicht, Beton, Waende und Raum, der uns darin leben laesst. Was einem eben als Frau so durch den Kopf geht beim Graben 🙂

Unser Eingang … gestern morgen. Da war nix mehr. Vorne kommt der neue Tank hin.

Kies fuer die Drainage und der gekippte neue Tank.

Heute nach einer Woche sind wir sehr weit gekommen, zwei Seiten und eine halb Seite sind wieder zu. Und das haben wir nicht nur dem lieben Calle zu verdanken sondern auch unserem wirlich guten Freund Helge und seiner Unn. Sie kamen die Abende mit Schubkarre und Spaten und los gings 🙂 Helge ist viel Bagger gefahren, damit Calle in der Zeit Rohre kappen und neu verlegen konnte.

Helge hilft beim Schliessen des Grabens am hinteren Ende des Hauses.

Es wurde geplant, durchgedacht und losgeackert. Es ging viel Kaffee und Kuchen zur Staerkung. Hier weiss jeder, der mitgeholfen hat, was er getan hat. Ich bin sehr dankbar. Denn ich kann euch verraten, dass ich ganz schøn niedergeschlagen war, als es hiess, wir muessen ALLES nochmal aufreissen. Den Garten und Terrassen „vernichten“, was wir alles mit soviel Freude erbaut haben und das „nur“ weil wir verdammt nochmal nicht an Drainage vor 7 Jahren gedacht haben. Denn die „Drainage“, die wir da freigruben, war nur der Anstrich gegen Naesse und um nueue Rohre zu verlegen  (Blogbeitrag „Steinreich“, Mai 2010) Uff.

Auch heute morgen ist Calle wieder mit einem neuen Plan aufgewacht: Wir bohren mal drei Lueftungsløcher in das grosse Bad, damit die teilweise nassgewordene Isolation und die Rigipswaende trocken kønnen. Dann hoffen wir, dass wir das Bad innen nicht demontieren muessen, sondern einfaches Wischen mal reicht 😉

So eine „Bohrmaschine“ ist mega schwer. Der grosse Motor und das Diamantenrohr werden mit Wasser gekuehlt, damit nichts heiss laeuft. Der Calle hat echt Kraft!

Am Ende eines so langen Beitrages, und das ihr bis hierher gelesen habt, will ich euch auch einen guten Rat nicht ersparen: Kauft euch kein altes Haus wenn ihr nicht den Mann dazu habt ❤ Und seht trotzdem das Positive in einem Abriss und sei immer offen fuer einen Neuanfang. Da hab ich mich jetzt aber selbst ganz schøn getrøstet. Wozu sollten wir sonst unsere freie Zeit und die Money nutzen? 😀 Kinderlose wissen sich also auch zu beschaeftigen 🙂

PS: Keine Sorge, liebe Familie, die Versicherung hat uns den Schaden gut bezahlt 🙂

 

5 Kommentare zu “Es geht vorwaerts.

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