5 Jahre Harkmark & 9 Jahre Norwegen

Bei der Ueberschrift kommt man glatt ins Gruebeln und fragt sich: Wo ist die Zeit nur hin? Was haben wir in diesen vielen Jahren geschaffen, erschaffen und erlebt? Es ist an der Zeit sich zu erinnern: Januar 2006 verliessen wir Potsdam und begannen ein neues Leben in Søgne. Dort verlebten wir den Anfang in einem neuen Land. Die erste Arbeit, die ersten Bekannten, die Huerden der Sprache und das Erlernen der Gartenarbeit. Mein Papa hatte es gefreut … Viel Besuch hatten wir die ersten Jahre. Familie und Freunde wollten sehen wo wir leben und wie wir wohnen. Diese Stuetze war zum Anfang wichtig und half uns die Bruecke Deutschland – Norwegen gut zu ueberqueren. Unser erster Blog gab uns die Møglichkeit alles Neue mit Familie und Freunde zu teilen.

Nach vier Jahren Mietshaus Holmenfoss und mit fast vier festen Beinen im neuen Leben, entschieden wir uns fuer ein kleines eigenes Haus. Auf dem Land. Fast am Meer 🙂 Im September 2009 kauften wir auf der Harkmark ein altes Haus von der Familie Lian. 1952 erbaut und einfach gehalten sollte und dieses Haus ein gutes Heim werden. Decken eingerissen, neu aufgebaut, Strom – und Rohrleitungen verlegt, gestrichen, gefliesst und geschliefen – all das hat vom Planen bis zur Ausfuehrung viel Spass gemacht. Was man alles bewegen kann 🙂 Am 30.01.2015 konnten wir dann auch die Møbel und die Katz Mia im neuen Heim platzieren. Bis heute habe ich es leider nicht geschafft das gewollte Fotoalbum zu gestalten aber ihr erinnert euch noch an unseren Harkmarkhausblog?

Dagegen sind neun Jahre Norwegen persønlich noch viel mehr Erinnerung wert.

Es ist viel gutes leider auch viel trauriges passiert. Ob es der Verlust unserer Vaeter, Opa sind oder persønliche Veraenderungen. Ab und an werden wir von Norwegern gefragt „Angrer du?“ – „Bereust du es?“ Nun bereuen kann ich nichts in meinem Leben aber ich haette durchaus einige Dinge anders gemacht. Aber das ist eben das Leben „Es wird vorwaerts gelebt und rueckwaerts verstanden“ [Søren Kierkegaard].
Schauen wir auf die berufliche Zeitlinie: Calle hat es innerhalb kurzester Zeit geschafft einen festen Arbeitsplatz zu finden. Gabelstapler- und Leichtkranschein sowie Projektverantwortung hat er sich erarbeitet. Lehrlinge bindet er gut mit ein und ist ein friedliche und frøhliche Seele auf den Baustellen. Klappts mit den Kollegen laeuft der Alltag rund 🙂
Auch nach sechs monatigen Anlaufschwierigkeiten bei mir hat sich ein guter Job ergeben. Posten Norge AS war fuer fast vier Jahre mein Arbeitgeber, wenn auch nur immer auf Jahresvertrag. Vom Sommerjob in Vennesla zum acht Stunden Job, høhere Verantwortung in der Postfiliale Vågsbygd/Kristiansand, dann Søgne und zum Schluss Postkontor Mandal. Wieviele Dialekte ich da sprachlich durchlebt habe 🙂 Die ersten Missverstaendnisse vergisst man nie aber auch die Angst und das Misstrauen einem selbst gegenueber es nicht zu schaffen. Der Bergenstest (høherer Sprachtest) kam dann 2009 und vor einer Weile war ich so fleissig und hab den Facharbeitbrief fuer Buero und Verwaltung geschafft. Seit fast fuenf Jahren arbeite ich nun fuer das kleine Unternehmen Powermaxx AS. Gluecklicherweise in Mandal mit nur 10 min Fahrweg.
Wichtig ist, dass wir beide gesund sind. Na entschuldigung:  dass wir drei gesund sind 🙂 In letzter Zeit war es schwer, besonders fuer mich, das Gute im Alltag zu sehen, aber wie Christina Stuermer es eben ausdrueckt „Nimm dein Weg in die Hand“. Eigentlich mag ich sie nicht so gern aber der Text passt gerade so genau: (danke Schnuffi <3)

Nun ich sehe meine/unsere Welt immer als grosses Ganzes. Der Versuch sich im fairen Handel zu engagieren und gesuender zu leben, trifft nicht immer auf Zustimmung. Viele Fragen stehen offen und Unverstaendnis trifft man staendig. Gerne hinterfrage ich immer alles und ueberfordere oft Calles Geduld damit. In den vielen gemeinsamen Jahren hatten wir unsere Høhen und Tiefen aber ich bin froh, dass ich immer an dem UNS festgehalten habe. Denn es schøn mit ihm so wie es gerade ist. Und das wird hoffentlich so bleiben.

Ihr seht also an dem obigen Datum, dass es 2016 doch schon 10 Jahre werden, die wir hier im suedlichen Teil des schønen Norwegens leben, lieben und wohnen.  Waere es da nicht schøn mit euch allen zu feiern? Sich gemeinsam zu erinnern und ein Jubilaeum gemeinsam zu verbringen. Hier bei uns im warmen Sommer bei Kerzenschein, Tanz und Wein auf einer Insel mittem im Meer. Eine Nacht die nicht dunkel wird … Uebernachtung auf dem Boot, in Zelten und morgens ein kuehles Bad. Dann schmeckt der warme Kaffee vom Bål noch viel besser 🙂 Ja die Claudi wieder – immer so romantisch 🙂

Sagen wir ueber diesen virtuellen Weg DANKE an euch, unsere Familien, Freunde und den lieben Menschen, die hier fuer uns da sind.

Danke Mama fuer Deinen schønen Brief, der uns heute erreichte. ❤

Papa, mir fehlen Deine Ratschlaege, Deine Diskussionen, Deine Art die Welt und Erlebtes zu beschreiben, Deine Liebe, Deine Naehe ❤

calleogclaudiaA bisl aelter sind wa allerdings och jeworden… so was :/

 

„So wandelt sie im ewig gleichen Kreise, die Zeit, nach ihrer alten Weise,

auf ihrem Wege taub und blind.

Das unbefangne Menschenkind erwartet stets vom naechsten Augenblick

ein unverhofftes, seltsam neues Glueck.

Die Sonne ghet und kehret wieder, kommt Mond und sinkt die Nacht hernieder,

die Stunden, die Wochen abwaerts leiten,

die Wochen bringen die Jahreszeiten.

Von aussen nichts sich je erneut, in dir traegst du die wechselnde Zeit,

in dir nur Glueck und Begebenheit.“
[Ludwig Tieck]

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